Viren

Viren

Wie renn ich?

Was sind Viren? Viren sind Informationen mit Hülle. Viren bestehen aus einem langen RNA-Molekül mit Informationen (Genen). Dieses Molekül mit Informationen ist in eine High-Tech-Protein-Hülle eingepackt. Die Protein-Hülle hat einen raffinierten Schlüssel-Mechanismus, um Zellen zu öffnen und in die Zelle zu gelangen. Ist das RNA-Molekül in eine Zelle eingedrungen, schleust es sich in die normalen Vorgänge der Zelle ein. Die Zelle wird ausgetrickst und dazu gebracht, millionenfach neue Viren zu produzieren.

Wie sind Viren entstanden? Das kann heute noch nicht genau gesagt werden. Es ist anzunehmen, dass es Teile von Bakterien-Erbgut  waren, die sich selbstständig gemacht haben. Statt brav in der Bakterie zu bleiben und auf die nächste Bakterienteilung zu warten, haben sich RNA-Gen-Schnipsel aus der Bakterie gelöst und sind in vorbeischwimmende Bakterien eingedrungen, um sich in diesen zu vervielfältigen und sich dann wieder auf den Weg zu machen.

Der Gentranfer zwischen Bakterien ist recht hoch. Manchmal bauen Bakterien herumschwimmendes RNA-Erbgut von toten zerplatzten Bakterien in sich ein. Viren sind also  RNA-Moleküle, die diesen Gentranfer nicht mehr dem Zufall überlassen, sondern zu ihrem Vorteil optimiert haben.

Viren haben keinen Stoffwechsel. Sie sind Informationen in eier Hülle mit Stecker. Sie sind vergleichbar mit selbstständig umhertreibenden USB-Sticks. USB-Sticks brauchen kein Ladekabel und keine Baterie. Wenn ein virengleiches USB-Stick einen Computer gekapert hat, zwingt des USB-Stick den Computer dazu, Millionen neue USB-Sticks zu produzieren und mit der Software des ersten USB-Sticks zu bespielen. Weil Viren keinen eigenen Stoffwechsel haben, werden sie nicht zu den Lebewesen gezählt.

Viren mutieren sehr schnell und sind dadurch sehr anpassungsfähig. Langlebige Vielzeller haben mit ihrer geringen Mutationsrate keine Chance, den Wettlauf mit den Viren zu gewinnen. Vielzeller haben zwei Hauptwaffen gegen Viren: Das Immunsystem und die Sexualität.

Wie uns die Sexualität hilft, die Viren in Schach zu halten, finden Sie im Kapitel „Sex und Tod“

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